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Karl-Treutel-Schüler gehen zu Fuß zur Schule

24.09.2016 12:18

Statt Mama-Taxi: Die Mädchen und Jungen übten in dieser Woche, zu Fuß zur Schule zu gehen

„Zu Fuß zur Schule“ hieß es in dieser Woche für die Kinder der Karl-Treutel-Schule. Die Mädchen und Jungen, die bei der Aktion mitmachten, erhielten auch ein Geschenk. Aber das Beste war, dass die Kleinen ihre Freude daran hatten, zu laufen.

Kelsterbach. „Mami, lass das Auto steh’n, ich hab Lust zu Fuß zu geh’n“, sangen die Schüler der Kelsterbacher Karl-Treutel-Schule gestern im Pausenhof. Bei der Ehrung der Klassen der Aktion „Zu Fuß zur Schule“ gab es viele strahlende Gesichter. Anstatt Mama-Taxi hieß es in der vergangenen Woche, zu Fuß zur Schule zu gehen.

Die Kinder waren von den Lehrern angehalten worden, sich nicht von ihren Eltern mit dem Auto in die Schule bringen zu lassen. Ein Thema, das bei Elternabenden besprochen wurde und auch in den Klassen für Diskussionen sorgte. Denn schon in den ersten Wochen des Schuljahrs war es das bei den Lehrern eher wenig beliebte Bild: Kurz vor Schulbeginn hält ein Auto nach dem nächsten an der Schule und die Kinder werden schnell herausgelassen. Schlimmstenfalls entwickelt sich ein Verkehrschaos, das auch noch die Lehrer und Anwohner der Grundschule beeinträchtigt.

Stolz auf den Erfolg

Um dem entgegenzuwirken, veranstaltet die Karl-Treutel-Schule einmal im Jahr die Aktionswoche „Zu Fuß zur Schule“. „Unsere Schüler sollten so gut es geht und so weit es geht zu Fuß zur Schule kommen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Jede Klasse hat einen Baum bekommen und jeder Schüler, der nicht mit dem Auto kam, durfte ein Blatt malen“, erklärte Projektleiterin Dorothee Groß.

So standen alle Kinder gestern im Schulhof und jubelten, als die Klassensprecher aufgerufen wurden, um die Bäume mit den symbolisch hinzu gemalten Blättern ihren Mitschülern zu präsentieren. Kleine Geschenke gab es auch noch: Die älteren Kinder hatten für die Kinder ihrer Partnerklassen einen Stiefel aus Holz gesägt und diesen bunt bemalt – genau in der richtigen Größe, um ihn sich als Anhänger an den Schulranzen zu hängen.

Luara und Nicol aus der 3c waren begeistert von der Aktion. Die Freundinnen haben einen etwa 20-minütigen Fußweg zur Schule und sind damit schon länger unterwegs als die meisten Mitschüler. „Es hat viel Spaß gemacht zur Schule zu laufen“, berichtete Luara. „Das ist mal etwas anderes, als langweilig im Auto zu sitzen. Ich will mich sowieso lieber bewegen und kann nur schlecht die Füße stillhalten.“ Dem stimmte auch Nicol zu. „Es ist spannender zu laufen, man sieht Dinge, die man vorher nicht gesehen hat und läuft andere Wege als man mit dem Auto fährt“, weiß sie. Am Ende des Projekts können beide strahlen. „Wir haben mit unseren Eltern abgesprochen, dass wir jetzt immer zu Fuß gehen können“, berichtet das Duo stolz.

Lehrerin Dorothee Groß ist stolz auf den Erfolg der Aktion. Vor allem bei den Bildern der ersten Klasse seien fast nur die symbolischen grünen Blätter für die Fußgänger zu sehen gewesen. „Ich denke, es hat gewirkt, dass die Eltern erkannt haben, dass sie ihren Kindern etwas zutrauen können“, so Groß. Die Lehrer hätten nur vereinzelte Autos gesehen, aus denen Schüler ausgestiegen seien. „Natürlich wohnen manche Kinder weiter weg, aber wir hatten mit den Eltern abgesprochen, dass die Kinder dann ein gutes Stück vor der Schule herausgelassen werden“, erklärte Groß.

Nur positive Effekte

Für die Kinder hat dieses Projekt nur positive Effekte. Zum einen tut die Bewegung den Kindern gut und belebt Körper und Geist vor dem Unterricht, zum anderen bilden sich auch neue Freundschaften. Ob dieses Projekt einen nachhaltigen Eindruck gemacht hat, darüber ist die Lehrerin geteilter Meinung. Zum einen weiß sie, dass in den kommenden Wochen viele Kinder zu Fuß zur Schule kommen werden, zum anderen ist sie sich bewusst, dass nun Herbst und Winter vor der Tür stehen und etliche Eltern dann wieder das „Mama-Taxi“ anwerfen. Aus Erfahrung weiß sie jedoch, dass das Verkehrschaos an der Schule nun trotzdem spürbar abnehmen wird.

Erschienen am 24.09.2016 in der Frankfurter Neuen Presse
Autor und Foto: Marc Schüler
 
Artikel: http://www.fnp.de/lokales/kreise_of_gross-gerau/Karl-Treutel-Schueler-gehen-zu-Fuss-zur-Schule;art688,2232571
Lehrerin Dorothee Groß gab zusammen mit den Kindern die Ergebnisse des Projekts „Zu Fuß zur Schule“ bekannt. Foto: Marc Schüler

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