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Sanierung oder Neubau der Karl-Treutel-Schule?

15.03.2015 14:58

Mit zwei Informationsveranstaltungen haben die Stadt Kelsterbach, die Leitung der Karl-Treutel-Schule (KTS) und das Planungsbüro kplan AG den Blick auf die 1952 gebaute Karl-Treutel-Schule gerichtet. Soll die KTS am bestehenden Standort aufwändig saniert werden, oder ist gar ein Neubau in direkter Nachbarschaft zur bestehenden Gesamtschule (IGS) sinnvoller?

Die Ausgangstage
Die Stadt Kelsterbach wuchs Ende 2014 auf nahezu 16.000 Einwohner. Beginnend mit dem Schuljahr 2015/16 wird die KTS im südlichen Kelsterbach mit fünf Klassen je Jahrgang 1 bis 4 rechnen müssen. In der Prognose der Schülerzahlen wird diese Fünfzügigkeit lange bleiben. Bis zu 177 Kinder sollen nach Vorhersage 2020/21 in die KTS eingeschult werden. Der alte Bau der KTS in der Friedenstraße aus 1952 und dem Nebengebäude aus den 70er Jahren ist im Kern stark sanierungsbedürftig und bietet auch kaum Erweiterungsmöglichkeiten. Teile der Schule entsprechen nicht mehr heutigen Schulstandards. Eltern, Schulleitung und Stadt Kelsterbach als Schulträger wünschen sich zudem einen Ausbau der KTS zur Ganztagsschule mit festen Öffnungs- und Betreuungszeiten sowie ein damit einher gehendes modernes pädagogisches Konzept, das mit den alten Klassenräumen nicht zu realisieren ist. Geprüft wurde daher die Frage, ob ein solches Konzept am alten KTS-Standort zu machen ist oder ob an einem neuen Platz gebaut werden muss? Die Kosten der Vorplanung sind nahezu identisch. Sowohl Sanierung als auch Neubau liegen bei rund 17 Millionen Euro. Die Infoveranstaltung der Stadtverordneten war gut besucht, nur etwa 25 Eltern kamen am zurückliegenden Dienstag zur Information für die Öffentlichkeit.

Sanierung bedeutet jahrelanger Schulbetrieb mit Baustelle
Sicherlich ist eine Sanierung möglich. Deren Kosten liegen nach einer ersten Grobschätzung bei rund 17 Millionen Euro. Trotz Sanierung müssten 50 bis 60 Prozent der Gebäude neu gebaut werden, moderne Pädagogik wird in dem alten Schulbau mit seinem langen Gang und den Einzelklassen kaum zu machen sein. Die brand- und sicherheitstechnische Ausstattung der KTS ist nicht mehr auf dem neuen Stand, wiewohl die bestehende Schule einen Bestandsschutz hat. Der laufende Betrieb ist nicht gefährdet. Die energetische Seite der KTS ist nicht mehr zeitgemäß. Eine Sanierung der KTS müsste im laufenden Schulbetrieb geschehen und würde einige Jahre dauern. Klassen müssten wandern und in Container umsiedeln. Baustellenlärm würde lange Zeit Schüler und Lehrer besonders belasten. Auch nach einer Sanierung würden moderne Energiestandards kaum erreicht.

Neubau auf städtischem Grundstück
Auch ein Neubau würde rund 17 Millionen Euro kosten. Er wäre möglich auf einem stadteigenen Grundstück hinter der bestehenden Integrierten Gesamtschule (IGS). Nötig wäre ein neues Bebauungsplanverfahren. Geschaffen würde mit einem Neubau ein dann noch kompakterer Bildungsstandort bestehende aus IGS, Stadt- und Schulbibliothek und KTS.

Die Straßenführung könnte so gelegt werden, dass die „Anlieferung“ der Kinder von der Hauptstraße getrennt und somit sicherer erfolgt. Damit würden große Autoansammlungen zu Schulbeginn wie an der KTS in der Friedensstraße vermieden. Mit in die Vorplanungen genommen werden muss soll Neubau einer Sporthalle für die KTS, so die Forderung einiger Stadtverodneten. Schon jetzt reicht der Hallenplatz in der Halle Süd für je fünf Grundschuljahrgänge nicht aus. Einen Neubau des Lehrschwimmbeckens an der IGS schlossen Planer Lanzinger und Bürgermeister Ockel aus. Stünde der je zur Debatte, dann vorzugsweise als Erweiterung am Sport- und Wellnessbad in der Kirschenallee, dort, wo alle Leitungen und Anschlüsse sowie das Fachpersonal schon vorhanden seien - also die sogenannte Infrastruktur für ein Schwimmbecken. Mit einem Gesamtergebnis von 57 gegenüber 86 Prozent sprechen die Unterlagen der Vorplanung deutlich für die Lösung des Neubaus. Für einen Neubau gäbe es Fördergelder für Schulen.

Ein Kamm soll Neubau und Ganztagespädagogik ermöglichen
Im Vorfeld haben KTS-Schulleitung und Stadt Kelsterbach als Schulträger mit dem Planungsbüro einige Schulen im Süden der Republik besichtigt, die bereits heute moderne Bauweise und Ganztagesschulpädagogik haben. Die Klassenräume der Vergangenheit, mit Blick auf den Lehrer und die Tafel, gehören der Vergangenheit an. Statt Frontalunterricht wird ein Lernen gefordert, das unterschiedliches Lerntempo der Schüler - der Überflieger sowie der Retardierten - berücksichtigt. Mehrere Klassen werden zu einem Lerncluster zusammengefasst. Es gibt stillere Lernecken, Bücherecken auf einem „Marktplatz", den die Lehrer durch eine Verglasung ebenso einsehen können wie die eigentliche Klasse. Die Schüler und Lehrer sind für die Räume und Einrichtungen der Klassen mehr verantwortlich. Die eigenen Toiletten werden sicherlich besser behandelt als die WC-Räume für die ganze Schule. Die Lehrer haben wegen der besseren räumlichen Differenzierung mehr Chancen, an Stärken und Schwächen der Kinder zu arbeiten. Auch das soziale Lernen soll in neuen Klassenformen besser funktionieren, sagte Rektorin Isabella Brauns. Eine kammartige Bauweise mit kleinen Terrassenflächen soll als Neubau dafür sorgen, dass sowohl die neue Pädagogik als auch moderne Bauweise am Standort Neubaugebiet zusammen passen. Das Mittagessen könnte aus der Mensa der IGS gebracht werden, soll jedoch in der Schule gemeinsam eingenommen werden. Mit rund 7.800 Quadratmetern Bruttogeschossfläche rechnet die Vorplanung, der Baukostenindex je Quadratmeter wird in diesem Vorplanungsstadium mit rund 1.500 Euro angenommen. Die Entscheidung über einen künftigen Standort der KTS soll in der Stadtverordnetensitzung am 20. April fallen. Dann folgten weitere Planungsschritte und auch eine genauere Aussage über mögliche Kosten. Die Unterlagen der Informationsversammlung sind auf der Homepage der Stadt Kelsterbach www.kelsterbach.de in Kurz- und Langfassung einzusehen.

Erschienen am 15.03.2015 in der Kelsterbach Aktuell (Ausgabe 12/2015)
Autor: hb

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