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Grundschule wird größer

23.04.2015 13:40

Die Kelsterbacher Karl-Treutel-Schule soll bei der Integrierten Gesamtschule neu gebaut werden. Einige Parlamentarier bemängeln, dass in dem Konzept die Sporthalle fehlt.

Das Stadtparlament stimmte in der jüngsten Parlamentssitzung für einen Schulneubau der Karl-Treutel-Schule im Wohngebiet Länger Weg nahe der Integrierten Gesamtschule. Die Mehrzweckhalle Süd und das Lehrschwimmbecken sollten jedoch erhalten werden.

Die Grundschule habe sich in den vergangenen Jahren weiter entwickelt und mit einem pädagogischen Konzept sei bereits auf eine Ganztagsschule hingearbeitet worden, so Bürgermeister Manfred Ockel (SPD). Über die Frage Sanierung oder Neubau wurde lange diskutiert, schließlich soll eine Bildungseinrichtung geschaffen werden, die auch noch in den kommenden Jahren passt. Ockel empfahl deshalb, den Neubau zu beschließen und auch dem darin integrierten pädagogischen Konzept zuzustimmen.

Nachhaltigkeit vermitteln
Dies beinhalte bereits beim Bau die Reduzierung umweltschädlicher Ressourcen. „Schulen als Mittelpunkt für Ausbildung und Erziehung sind der optimale Ort, um Nachhaltigkeit zu vermitteln und umzusetzen“, heißt es in dem aktuellen Konzept, Stand Februar 2015. Zudem soll bereits in der Architektur des Neubaus berücksichtigt werden, dass Gruppenarbeiten besser möglich sind.

Um das Konzept verwirklichen zu können, müsse die Grundschule allerdings an einen neuen Standort. Ansonsten sei eine Sanierung der Schule, beziehungsweise ein Neubau samt Nachmittagsbetreuung, nicht realisierbar. Allerdings sollten auch die Bewohner des Länger Wegs in den Planungsprozess eingebunden werden. Auch die SPD-Fraktion sprach sich für einen Neubau aus, zumal die Kosten eines Neubaus, im Vergleich zu den Sanierungskosten, kaum einen Unterschied machen würden. SPD-Vorsitzender Jürgen Zeller verwies in dem Zusammenhang auf die Karl-Krolopper-Schule.

Sowohl die Kelsterbacher SPD als auch Bürgermeister Ockel wiesen darauf hin, dass die Schule künftig mehr Schüler beherbergen müsse. Deshalb sei eine Fünfzügigkeit erforderlich. Dies bedeutet, dass jeder Jahrgang fünf Klassen hat. Es werde also mehr Platz benötigt. Auch die CDU-Fraktion ist für einen Neubau an einem neuen Standort. Aber die Christdemokraten gaben in der Parlamentssitzung auch zu bedenken, dass am neuen Ort der Schule auch der Bau einer neuen Sporthalle samt Lehrschwimmbecken möglich sei.

Auch gaben einige CDU-Parlamentarier zu bedenken, dass auf die Stadt irgendwann die Abrisskosten für die Mehrzweckhalle Süd zukommen würden und auch in dem Zusammenhang die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigt werden müssten. Der Neubau einer Schule sei keine alltägliche Sache für die Kommune, sondern eine Herausforderung. Mit ihm werde Geld in die Zukunft und Bildung junger Menschen investiert. Es gelte, ein zentrales Bildungszentrum zu installieren, das eventuell 2020 in Betrieb genommen werden könne. Etwas differenzierter sah das CDU-Parteivorsitzender Uwe Albert. Auch wenn seine Partei mehrheitlich zustimme, so sah er doch noch viele offene Fragen. Er kündigte deshalb an, sich der Stimme zu enthalten. Im Mittelpunkt stehe eine alte und sanierungsbedürftige Schule, so Albert, aber er sei bislang weder von dem Konzept noch von dem neuen Standort überzeugt.

Souterrain fehlt
Die Wählerinitiative Kelsterbach war noch skeptisch und stimmte dagegen. Eleonore Wagner (WIK) unterstellte der Vorlage einen „Mangel an Seriosität“, weil die ihrer Meinung nach obligatorische Planung einer Turnhalle fehle. Auch ihr Parteikollege Bruno Zecha sagte, zu einer neuen Grundschule gehöre laut gesetzlicher Grundlage auch eine neue Sporthalle. Die Idee, auch am neuen Standort die Mehrzweckhalle Süd zu nutzen, fand er nicht gut. „Laufen Sie mal diese Wege zur Mehrzweckhalle Süd, die marode und deshalb eine Geldvernichtungsmaschine ist.“ Außerdem forderte er, dass die neue Schule so geplant werde, dass sie auch in ein paar Jahren noch größere Jahrgangsstufen bewältigen könne. Darum sollte auch ein Souterrain eingeplant werden. „Wir sind noch am Anfang, sollten aber wissen, was alles zu dieser Grundsatzentscheidung gehört.“ Ockel verdeutlichte abschließend, dass der Planungsprozess mindestens vier Jahre beanspruche. Er erinnerte an den Passus in der Vorlage, dass es zu prüfen gelte, ob eine Sporthalle als Ersatz für die Mehrzweckhalle am neuen Standort möglich ist.

Zudem wurde bei der Deutschen Bundesstiftung für Umwelt ein Förderantrag für ein bauliches und pädagogisches Konzept einer neuen Ganztagsschule gestellt.

Erschienen am 23.04.2015 in der FNP
Autor: Carmen Erlenbach

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