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Schüler werden in das Geheimnis des Honigs eingeweiht

23.09.2015 14:29

Herbstwandertag 2015

Kelsterbach. Ein bunt gekleidetes Grüppchen, passend zu den ersten sich verfärbenden Blättern in der Landschaft am Untermain, wanderte zum Lehrgarten des Obst- und Gartenbauverein (OGV) Kelsterbach. Es war die Klasse 4 b der Karl-Treutel-Schule mit ihren Lehrerinnen Margot Maibach und Ute Maurer. „Seid willkommen“, begrüßte Franz Reil, Vorsitzender des OGV Kelsterbach, die jungen Wandersleut. „Zuerst besuchen wir die Bienen“, kündigte er an und lotste die Besucher auf das gegenüberliegende Gelände der Gärtnerei Dürr.Dort, auf einer kleinen Wiese, stehen mehrere Bienenstöcke des Kelsterbacher Imkers Siegfried Roscher. Obwohl es schon recht frisch ist, summten noch einige der fleißigen Bienen an den Öffnungsschlitzen der Bienenstöcke ein und aus. „Es gibt immer noch viele Blüten, und die Bienen sammeln die Pollen als Nahrung für den Winter, denn wenn es kalt wird, können sie nicht mehr ausfliegen“, erklärte Roscher. „Und woher kommt der Honig?“, wollte ein Schüler wissen. „Alles der Reihe nach, ich erkläre es gleich“, sagte Roscher und bat die Kinder, ein paar Schritte von den Einfluglöchern wegzugehen. Sicherheitshalber. „Es ist noch nichts passiert, aber wir wollen, dass Ihr von den Bienen nicht als Eindringlinge wahrgenommen werdet, denn dann wehren sie sich und stechen schon mal“, erklärte der Experte.Dann hebt der Imker vorsichtig den Deckel von einem Bienenstock ab, und schon ist ein Gewusel von Bienen zu erkennen. Vorsichtig durchtrennt Siegfried Roscher die von den Bienen angebrachte Wachsschicht um den Wabenrahmen, dann zieht er diesen ganz aus der Halterung. „Das sind ja mindestens 100 Bienen“, schätzt eine Schülerin und verfolgt mit den anderen Kindern gespannt, was sich da alles auf der Wabe abspielt.

Arbeitsteilung

Nun ist es aber wirklich an der Zeit, dass Siegfried Roscher den gespannt auf die Wabe blickenden Schülern das Geheimnis des Honigs erklärt. „Also, Ihr kennt doch alle Blüten, egal ob Blumen, Bäume oder kleine Gräser, alle haben einen Blütenkelch, im dem sich Blütennektar oder Honigtau befinden. Diesen sammelt die Biene, genauer gesagt die Arbeitsbiene, und da auch Pollen an ihren Haaren hängen bleiben, bestäubt sie so andere Blüten“, erklärte Roscher. Den Blütennektar bringen die Bienen zu ihrem Stock, wo dieser dann von einer Stockbiene in eine Wabenkammer eingelagert wird. „Bei der Übergabe des Nektars mischt die Biene noch bestimmte Stoffe aus ihrem Körper bei, damit der Honig haltbarer wird“, erklärte Roscher.

Viele Sammelflüge nötig

Dann dürfen die Schüler den Honig probieren. Siegfried Roscher schabt die Wachsschicht von einer Wabenkammer, und schon ist der goldgelbe Honig zu sehen. Und der Honig mundet allen. Jetzt bleibt noch, die Frage des Imkers zu beantworten: „Was glaubt Ihr, wie viele Bienen in so einem Stock sind?“ Die Schätzungen der jungen Besucher reichen von 500 bis zu 10 000. „Normalerweise so um die 50 000“, überrascht der Imker die Kinder. Und unvorstellbar viele Sammelflüge sind es auch, welche die Bienen machen müssen, bis sie ein Glas Honig zusammengetragen haben.In der lauschigen Laube des Obst- und Gartenbauvereins machen die Schüler dann ihre verdiente Pause. Oskar Dürr erklärt ihnen, dass in dem 1000 Quadratmeter großen Lehrgarten mehr als 80 verschiedene Apfelsorten angepflanzt seien. Doch die Apfelbäume brauchen auch Pflege, sie sollten fachgerecht geschnitten werden, damit sie ihre Kraft in die Früchte und nicht in wilde Triebe fließen lassen. „Und was wird noch gebraucht, damit es solch schöne Äpfel gibt, wie wir sie hier haben?“, will Franz Reil wissen. Ganz klar: Bienen!

Erschienen am 23.09.2015 in der Frankfurter Neuen Presse
Autor und Foto: Leo Postl

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